Blog-Umzug

Dieses Blog hat unsere Master-Thesis begleitet, die wir im Juli 2011 vorgestellt haben. Einen Teil davon haben wir unter www.multiscreen-experience.com veröffentlicht.

Wolfram wird weiter über das Thema Multiscreen berichten. Das neue Blog, mit ähnlichen Inhalten gibt's ab sofort unter http://wnagel.posterous.com

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Anmerkung: Aufgrund von bestehenden Verlinkungen bleiben die Inhalte aus diesem Blog weiterhin bestehen.

Multiscreen Experience (Master-Thesis)

Die Gerätelandschaft wird immer dynamischer und fragmentierter. Viele Anwender werden in unterschiedlichen Situationen zukünftig verschiedene digitale Endgeräte verwenden. Deshalb werden plattform- und geräteübergreifende Angebote in Zukunft sehr relevant sein. Mittelfristig stehen vier Geräteklassen im Fokus: Smartphones, Tablet-PCs, Laptops oder Desktop-PCs und internetfähige TV-Geräte. Im digitalen Zeitalter müssen Informationen (noch mehr) gleichzeitig relevant und erlebar sein, Spass machen und grundsätzlich schnell erfassbar sein.

Die vier Screens: Smartphone, Tablet-PC, Laptop und (internetfähiges) TV-Gerät

Mit unserer Master-Thesis stellen wir Prinzipien, Muster und Definitionen vor, die für Multiscreen Projekte und das Informationsmanagement in der Digitalen Gesellschaft von Bedeutung sind. Unsere Empfehlungen und Anregungen (es sind keine Patentrezepte!) sollen Hilfestellung bei der Konzeption einer fließenden Multiscreen Experience bieten. Wir gehen auf die (zuvor genannten) vier Screens ein, beschreiben die potentiellen Anwender, empfehlen unterschiedliche konzeptionelle Ansätze und erklären die Parameter für den Nutzungskontext.

Wir denken, dass wir durch das Zusammentragen, Niederschreiben und Bewerten unterschiedlicher Quellen und durch die Aggregation und schriftliche Fixierung bekannter Prinzipien einen Mehrwert schaffen konnten.

Multiscreen Experience bedeutet Informationen geräteübergreifend (für mehrere Screens) ansprechend anzubieten und maximal benutzerfreundlich aufzubereiten.

Einen Teil unserer Master-Thesis haben wir im Internet veröffentlicht unter www.multiscreen-experience.com.

Das Projekt ist entstanden an der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd und wurde betreut von den Professoren Ulrich Schendzielorz und Steffen Süpple.

Multiscreen = Mehrere Screens

Für den Begriff Multiscreen gibt es unseres Wissens keine offizielle Definition. Allgemein bedeutet Multiscreen, dass der Anwender mehrere Screens bzw. Endgeräte für eine oder während einer Tätigkeit benutzt. Im Kontext unserer Master-Thesis bedeutet das die Verwendung von Smartphone, Tablet-PC, Laptop/PC oder TV-Gerät. Dabei müssen mindestens zwei, aber nicht zwingend alle vier Geräte verwendet werden.

Wir unterscheiden grundsätzlich zwei mögliche Arten von Multiscreen.

Definition 1: Multiscreen Applikation
Primäreinfluss (zusammengehörig): Eine Multiscreen-Anwendung funktioniert auf mehreren bzw. allen vier Endgeräten und ist somit Cross Device-fähig. Oft sind Multiscreen-Anwendungen auch für unterschiedliche Plattformen verfügbar. Die Daten liegen (meistens) in der Wolke oder werden zumindest regelmäßig von der lokalen Festplatte mit einem Server synchronisiert und sind dadurch geräteübergreifend verfügbar.

Bei der Konzeption und Entwicklung von Multiscreen Applikationen müssen die jeweiligen Eigenschaften und Möglichkeiten der Geräte sowie sowie der Anwendungskontext, die Nutzungssituation und das Umfeld (privat zu Hause, bei der Arbeit, im öffentlichen Raum oder unterwegs) berücksichtigt und die Interfaces für die jeweiligen Screens angepasst werden.

Definition 2: Multiscreen Kontext
Sekundäreinfluss (unabhängig): Ein Anwendungskontext, in dem unterschiedliche Endgeräte gleichzeitig eingesetzt werden, wird ebenfalls mit dem Begriff Multiscreen umschrieben. Während man fernsieht, kann man zum Beispiel parallel Twitter und Facebook am Tablet-PC benutzen, mit dem Handy oder Smartphone eine SMS schreiben oder telefonieren und/oder am Laptop E-Mails bearbeiten.

Die (vier) Screens müssen nicht zwangsläufig von einem Hersteller bzw. einer Plattform stammen. Ein privates Multiscreen Setting kann zum Beispiel aus einem Sony Fernseher mit Google TV, einem Windows-PC, einem Samsung-Handy mit Android Betriebssystem und dem Apple iPad bestehen.

Multiscreen Experience Toolkit
Durch die zunehmende Fragmentierung der Gerätelandschaft und die Tatsache, dass viele Anwender in unterschiedlichen Situationen dauerhaft wohl unterschiedlich(st)e Geräte verwenden, werden plattform- und geräteübergreifende Angebote in Zukunft sehr relevant sein. Im Hauptteil unserer Master-Thesis stellen wir Muster, Prinzipien und Definitionen vor, die für Multiscreen Projekte und das Informationsmanagement in der Digitalen Gesellschaft von Bedeutung sind. Wir gehen auf die vier Screens ein, beschreiben die potentiellen Anwender, empfehlen unterschiedliche konzeptionelle Ansätze und erklären die Paramter für den Nutzungskontext.

Studie über Multiscreen auf mobilen Endgeräten

Eine Studie von Mücke, Sturm & Company (MS&C) sieht Smartphones und Tablet-PCs als Erfolgsbringer für TV- und VoD-Anbieter. PresseEcho.de schreibt dazu, dass mobiles Fernsehen und Video vor allem durch die anhaltenden Erfolge der Tablets und App-Stores einen kräftigen Schub erhält. Der deutsche Markt sei demnach reif für konvergente Multiscreen Angebote. Das freut uns. Schließlich belegen solche Studien eindeutig die Relevanz des Themas unserer Master-Thesis.

MS&C hat für Anbieter drei wesentliche strategische Optionen für Multiscreen-Angebote auf mobilen Endgeraten identifiziert, die sich abhängig von der Ausgangslage und Zielsetzung der Anbieter ergeben:

  1. Upselling: Multiscreen als attraktives Bundle-Angebot
  2. Stand-Alone-Service: Rentables Produkt oder Teaser
  3. Product Enhancement zur Sicherung der Kundenbasis

Weitere Details im Artikel auf PresseEcho.de.

re:publica 2011 Gunter Dueck - Das Internet als Gesellschaftsbetriebssystem

Der Claim unserer Thesis beschreibt auch unsere Zielgruppe: Die Digitale Gesellschaft. Dieser gehören zukünftig ausnahmslos alle (!) Menschen an, egal ob sie digitale Endgeräte und das Internet nutzen oder nicht. Gunter Dueck (CTO von IBM) referiert auf der re:publica 2011 auf brilliante und sehr unterhaltsame Art welche Auswirkungen das Internet in Zukunft auf die (Digitale) Gesellschaft haben wird. Er schildert aktuelle Phänomene und skizziert gleichzeitig nachvollziehbar und verständlich die Probleme, die auf uns zukommen werden. Die verwendeten Beispiele dürften vielen bekannt vorkommen. Der Vortrag ist schlicht überragend und hat parallel bereits sehr großes Lob auf Twitter erhalten. Anschauen! Die dreiviertel Stunde lohnt sich unbedingt...

Ein paar (nicht chronologisch) ausgewählte Zitate: "Das Internet macht fachliche Fähigkeiten obsolet. [...] Lehrer müssen jetzt echt Pädagogik können, denn das Wissen ist ja im Internet. [...] Willensbildung ist mehr als Wissenbildung. [...] Die Welt braucht in der Zukunft Professionells und keine Amateurintelligenz. [...] Es kann sein, dass das wirklich Wertvolle im Internet steckt und gar nicht in Ihrem Kopf."
Aber was schreibe ich, schaut es euch an. Der Vortrag ist in echt viel besser als nur zitiert.

Noch eine Anmerkung. Mit "Digitale Gesellschaft" meinen wir allgemein die Bevölkerung, d.h. alle Menschen der Informationsgesellschaft (wie beispielsweise in der Studie D21 beschrieben) und nicht die "Initiative für eine bürgerrechts- und verbraucherfreundliche Netzpolitik.", die erst nach der Themenformulierung unserer Master-Thesis gegründet wurde.

Multiscreen Workshop an der HfG

Ende März hatten wir an der Hochschule einen sehr interessanten 2-tägigen Workshop zum Thema "Multiscreen Strategien" mit Christophe Stoll und Johannes Schardt vom Precious Design Studio aus Hamburg (@preciousforever). Das ist quasi genau unser Thema! Deshalb hatten wir uns auch fast ein halbes Jahr um den Workshop bemüht (was sich letztlich gelohnt hat)! Die beiden wurden noch begleitet von Martin Jordan aus Berlin.

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Foto von Martin Jordan

Christophe und Johannes haben uns in einer sehr anschaulichen Präsentation Einblick in ihre Arbeitsweise gegeben. Die beiden stellten verschiedene Multiscreen Patterns vor und zeigten viele Beispiele rund um das "Ecosystem of Screens" und Transmedia Storytelling. Teilweise haben wir kontrovers über Chancen und Risiken in der zukünftigen von unterschiedlichsten Devices überfluteten Digitalen Gesellschaft diskutiert. Zuhören und Selbermachen haben sich regelmäßig in optimalem Verhältnis abgewechselt.

Wir starteten mit einem Jumbotron-Experiment, das sogar funktioniert hat (was angeblich nicht immer der Fall ist). Anschließend entwickelten wir in Kleingruppen Konzepte rund um das Thema "TV 2.0" (also wie Fernsehen in Zukunft aussehen könnte), befragten Personen im weiteren Umfeld der HfG nach deren typischen Tagesabläufen (Customer Journey Survey) und erarbeiteten auf dieser Basis unterschiedliche Lösungsansätze für potentielle Multiscreen Anwendungen. Am zweiten Tag sammelten wir mögliche Anwendungsfelder in denen unterschiedliche Screens bzw. Endgeräte (vorwiegend Smartphone, Tablet-PC, Laptop und TV-Gerät) Sinn machen und diskutierten daraus resultierende Fragestellungen und Probleme für die Nutzer ("Wollen die Menschen überhaupt rund um die Uhr mit unterschiedlichen Screens konfrontiert werden?" "Ist das ein Vorteil oder wird es irgendwann einfach zuviel?"). Als Schwerpunkt konzentrierten wir uns auf das Anwendungsfeld Schule. Obwohl die Zeit bis zur Abreise der beiden relativ kurz war, konnten wir noch einige interessante Ideen für die "Schule 2.0" anskizzieren. Schade, dass die zwei Tage so schnell vorbei waren. Wir hätten gerne noch weiter gemacht...

Am Ende waren wir uns jedenfalls einig, dass der Workshop für alle neuen Input gebracht hat und die Relevanz von guten Multiscreen-Konzepten zunehmen wird. Auch Valentin und ich konnten unsere bisherigen Rechercheergebnisse um einige neue Erkentnisse und Ideen ergänzen.

Weitere Informationen zum Workshop gibt es auf der Website von precious (der Ablauf in Gmünd war ähnlich zu dem dort vorgestellten).

Einige der folgenden Fotos sind von Martin Jordan. Danke an dieser Stelle!

(download)